
Wie findet man aus dem wieder heraus?
Es gibt eine Frau.
Eine noch etwas jüngere, (nicht mehr Jugendlich) dem reiferen Alter jedoch noch strotzende Frau, die sich mitten in einer großen Gesellschaft sehr einsam fühlt…
Verlassen.
Vielleicht von sich selbst…
Ich möchte hier einen Auszug aus ihrem Tagebuch wiedergeben:
Plötzlich war es da!
Dieses furchtbare innerliche Unwohlsein und dieser Hass gegen mich selbst...
Ich habe begonnen mich zu verändern;
Ich habe ...
meine Vorlieben geändert und alles verworfen, was mir gut getan hat;
meine Stärke durch eigene Gedanken gedämmt, sodass sie nun zur vollkommenen Schwäche mutiert;
meine innerliche Liebe durch eigenen Hass auf mich selbst getötet, sodass ich nun nicht mehr lieben kann …
meine Sehnsucht soweit ausgearbeitet, sodass ich mich kaum noch halten kann, in Tagträume versinke und mich in meine eigene Welt denke …
... aber in einer "Traumwelt" lebe ich ja nicht ... wie schön es auch wäre ...
mein noch nie wirklich geliebtes aber sehr wohl akzeptiertes eigenes Spiegelbild so sehr ins Detail zerlegt, sodass ich mich jetzt nicht mehr ansehen kann und auch gar nicht will …
… und wenn ich es will, dann muss große Vorarbeit geleistet werden. Danach fühle ich mich beim Ausgehen wie auf dem „Präsentierteller“ und werde nervös …
meine Ausstrahlung beigelegt, in irgendeiner Schublade vergraben, weil ich nicht verstehe, wieso ich diese überhaupt besitze (wie von so vielen behauptet wird) ...
(Auszug Ende)
"Ich bin nicht depressiv!", schreit sie sich später gedanklich an.
Sie weiß, dass es ihr innerlich schlecht geht - aber sie hat es so gut schon verstecken und zur Seite schieben können... und plötzlich kommt es zurück!
Ganz unerwartet, schleichend … Unkontrollierbar … Weit stärker als zuvor ...
Und der Kampf geht weiter;
es wird alles wieder im Hintergrund versinken,
ein hübsches, freundliches Lächeln aufgesetzt
und so getan, als wäre die Welt gut und schön und sie glücklich – so, wie in ihrer Traumwelt …
Ich frage mich, wann die Krise dieser Frau eigentlich begonnen hat...
... und wo sie enden wird …
Und warum hat sie das nicht gemerkt?
Man merkt doch, wenn in seinem eigenen Körper etwas vorgeht, eine Veränderung bzw. man sich selbst in seinem Verhalten ändert... warum hat sie es nicht gemerkt?
Hätte sie es gemerkt, was hätte es verändert?
Eine Antwort bekam ich bis heute noch nicht von ihr …
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Zitat:
Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben, aber es hat nur genau so viel Sinn, als wir selber ihm zu geben imstande sind.
Zitat Ende (Hermann Hesse)
Oder vielleicht besser:
Zitat:
Nur derjenige kann sich in sich selbst verlieren, der sich bisher noch nicht gefunden hat. Denn hab ich mich gefunden, dann kenne ich den eigenen Weg zu mir und brauch mich nicht mehr zu verirren.
Zitat Ende (Christa Schyboll, freie Journalistin)